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ſehe ich doch nichts Unrechtes!“ ſagte Lilia mit der naiv⸗ ſten Aufrichtigkeit.
„Wie— nichts Unrechtes?... Sie... Sie... weiſen mir nicht die Thuͤr? Ich darf Sie einmal wie⸗ derſehen?— Sie lachen nicht einmal uͤber eine ſo un⸗ ermeßliche Thorheit?“
„Da waͤre es in der That unwuͤrdig von mir ge⸗ handelt, ſie hervorgerufen zu haben.“
„Aber, geehrte Frau, bedenken Sie doch... daß Ihre Worte,“— der Kammerrath holte tief Athem— „beinahe einen Anſchein von Gunſt enthalten.“
„Blos einen Anſchein, Herr Kammerrath?— Sie beſitzen wirklich nicht allzuviel Eigenliebe.“
„Huͤten Sie ſich, geehrte Frau— wenn es Ihre Abſicht iſt, mich wahnſinnig zu machen, ſo werden Sie Ihren Willen bald in Erfuͤllung gehen ſehen.“
„Hoͤren Sie mich an, mein Freund!“
„Reden Sie, reden Sie!“
„Ich gehoͤre zu jenen einfachen Naturen, die ſich nicht darauf verſtehen, die ernſten Fragen des Lebens zum Gegenſtand eines zweckloſen und oft leichtſinnigen Scharmuͤtzels zu machen. Ich bin offenherzig, einfach und ungeſchminkt ſowohl im Reden als im Handeln, ich habe nichts zu verbergen und bei wem dies der Fall iſt, der hat auch bei ſeiner Aufrichtigkeit nichts zu be⸗ fuͤrchten.“
„Ach, geehrte Frau, geehrte Frau.“


