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ließ er dieſelben in einem langen und ehrerbietigen Kuſſe verſtummen.
Dies war die erſte Huldigung des ſchuͤchternen, zukuͤnftigen Maͤrtyrers und ſie ließ auf der Hand ſeiner Geſchaͤftsfreundin einen kleinen, roſenrothen Flecken zuruͤck.
Lilia erſtaunte uͤber den Muth des Kammerraths in einem ſolchen Grade, daß ſie ſelbſt ſcharlachroth ward.
Aber als der Kammerrath nun carmoiſinroth ward und zu zittern anfing, wie ein Espenlaub, ſo ließ ſich nichts weiter thun und die ſtrenge Miene verwandelte ſich in das himmliſchſte Laͤcheln.
Dieſes Laͤcheln gab der Faſſung des Anbeters den Todesſtoß.
Er begann Worte hervorzuſtottern, ſie gleich dar⸗ auf wieder zuruͤckzunehmen, wieder hervorzuſtammeln und endlich unter ſchuͤchterner, bebender Verwirrung das entſcheidende Wort auszuſprechen:
„Geehrte Frau, verdammen Sie mich, aber ver⸗ achten Sie mich nicht... ich... ich... wahnſinniger Menſch habe gewagt, meine Blicke zu erheben... darf ich wagen, es auszuſprechen— nein, es fehlt mir an Kraft und gleichwohl befiehlt mir eine innere Macht hhinzuzuſetzen... ja, ich habe gewagt, meine Blicke bis zu Ihnen zu erheben.“
„Aber, mein Gott, beſter Herr Kammerrath, darin


