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die Kraft, die aus einem Vorſatz hervorgehen, ſind nicht immer maͤchtig genug, um die menſchliche Schwachheit zu unterdruͤcken. Ich habe ſchmerzlich, ja grauſam ge⸗ litten— die Menſchen haben mich mit ihren harten Fuͤßen niedergetreten, man hat mein armes Herz mit tauſend Stacheln gegeißelt... ach, ich ſollte nicht kla⸗ gen, es iſt feig— doch fuͤhle ich heute das Beduͤrfniß.“
„Und ich bin es— ich, dem Sie dieſes urſchät⸗ bare Vertrauen ſchenken wollen, welches.... ge⸗ ehrte Frau— o, o welche Gunſt!“
Jedes„o“ ward außer dem Ausrufslaute ſelbſt, der bedeutend verlaͤngert ward, noch ferner durch einen ſchoͤ⸗ nen Zuſatz von Seufzern verlaͤngert.
Niemand konnte ſo ſeufzen, wie der werdende Maͤr⸗ tyrer. Seine Halbſeufzer waren abſonderlich von ganz verfuͤhreriſcher Wirkung, denn es lag in ihnen ein Leiden, welches ſich verbarg.
„Wie,“ hob Lilia wieder an und ihr Blick zeigte ein bewundernswuͤrdiges Erſtaunen— ein weit hoͤheres Erſtaunen als das, welches dieſe ſelben Augen am Vor⸗ mittage vor dem Medizinalrath ausgedruͤckt, als er fuͤrch⸗ tete, er koͤnne ſeiner Patientin an Tugenden nicht gleich kommen—„wie, giebt es denn vielleicht Jemanden, an den ich mich mit mehr Vertrauen wenden koͤnnte? Oder habhe ich mich vielleicht getaͤuſcht?“
„Getaͤuſcht— nein, nein, gewiß nicht... ich... ach, dieſes Gluͤck...“


