Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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Eine ſolche Ehre, geehrte Frau ach...

Nein, es iſt ganz einfach und aufrichtig meine Meinung. Ich kann mich nicht verſtellen; aber treten Sie doch naͤher und ſetzen Sie ſich gefaͤlligſt hier neben mich.

Dies ward geſagt, waͤhrend der Kammerrath leiſe und auf den Zehen ſich einem Stuhle neben dem Dfa naͤherte.

Bei der Aufforderung der Wirthin jedoch flog ein leuchtender Schimmer uͤber ſein Antlitz und nach zwei oder drei zirkelfoͤrmigen Bewegungen ſteuerte er den ge⸗ raden Cours nach dem Stuhle, den ſie ihm bezeichnet.

In dieſem Zimmer war noch nicht einmal der Medizinalrath empfangen worden und auch der Kammer⸗ rath ſah es heute zum erſten Mal.

Als er ſich Hiederſeben wollte, machte er eine ſo tiefe Verbeugung, daß ſeine Stirn den Fußteppich be⸗ ruͤhrte und als er ſich wieder aufrichtete, hielt er in der Hand eine kleine Haarlocke und uͤberreichte ſie mit an⸗ muthiger Geberde Lilia, welche ſie erroͤthend empfing.

Ach... ſie iſt von meinem Sohne! ſagte ſie und warf zug leich einen Blick ſchwelgender, muͤtterlicher Zaͤrtlichkeit gen Himmel.

Wohl als er noch ganz klein war? bemerkte der Kammerrath mit ſeiner weichen Floͤtenſtimme, einem ſchoͤnen Accompagnement zum Harfentone der Heiligen.

Woraus ſchließen Sie das, Herr Kammerrath?