Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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Sie ſchob ſchnell das Portrait unter die Falten ihrer Blouſe, die Haarlocke aber, die in einem Papiere lag, war bei ihrer raſchen Bewegung aus dem Umſchlage gefallen und ſie gab nicht Acht darauf, daß es blos das Papier war, was ſie neben dem Medaillon verſteckte.

Nebenbei wollen wir erwaͤhnen, daß die zwei Ge⸗ genſtaͤnde, auf welche Lilia's Thraͤnen gefallen, wahr⸗ ſcheinlich zwei verſchiedene Perſoͤnlichkeiten repraͤſentirten, denn das Haar, welches ſich auf der hintern Seite des Portraits befand, war ganz verſchieden von dem, welches in dem Papiere lag.

Einen Augenblick darauf trat der Kammerrath ein.

Wir muͤſſen hier einen naͤheren Blick auf ſeine Perſon werfen, denn es ſind ſchon ein paar Monate her, daß die heilige Lilia ihre kleinen Betrachtungen uͤber den Nutzen und die Nothwendigkeit angeſtellt hat, ſich einen andern Namen und eine andere Stellung zu verſchaffen, was ſo viel ſagen will, als eine weniger genannte Stellung, als die gegenwaͤrtige.

Aber da ſie jetzt weit entfernt von dem Gedanken war, wieder einen Roman in der Ehꝛ zu ſpielen, ſo warf ſie ihre Augen auf einen geſetzten Mann, einen reichen Mann, einen angeſehenen Mann und vor Allem, auf einen gutmuͤthigen Mann, kurz auf einen Mann, der ſie um des Vergnuͤgens willen, ſie ſeine Frau zu nennen, nach Gutduͤnken uͤber ſich⸗ verfuͤgen ließe.

Das Vermoͤgen des Medizinalraths ward etwas