228
Das Huſten, welches eine Weile unterbrochen ge⸗
weſen, begann nun wieder regelmaͤßig, wie ein wohlun⸗ terhaltenes Kleingewehrfeuer, waͤhrend die goldene Doſe fortwaͤhrend in der Hand gedreht und hinten und vorn geſtrichen ward.
„Welche allerliebſte Doſe... iſt das die, welche der Herr Medizinalrath von Frau von Stern bekom⸗ men hat?“
„Dieſe iſt es nicht— ich habe eine ganze Samm⸗ lung.“
„Das glaͤube ich; ein Mann mit Ihren Verdien⸗ ſten... und ich, ich habe Ihnen noch nichts Anderes angeboten, als eine einfache Hemdnadel, deren Goldarbeit kaum ein paar Reichsthaler werth iſt.“
„Aber dieſes Kleinod iſt mir mehr werth, als eine Million, denn es iſt aus dem Haar der tugendhafteſten und erhabenſten Frau gefertigt... Ach, geehrte Frau, dieſes Geſchenk gebe ich nicht dem allgemeinen Blicke preis.“
„Als ich es Ihnen gab, that mir der geringe Werth deſſelben leid. Aber Sie kennen meine Grundſaͤtze, ich muß ſparen fuͤr Die, welche es brauchen. Sie ſind reich.“
„Wenigſtens geborgen und im Fall die Edelſte Ihres Geſchlechtes ſich uͤberzeugen wollte, ob...“
„Beſter Herr Medizinalrath, Sie werden mich doch auch einmal das Geſchenk der Frau von Stern bewundern laſſen... à propos, wie ſteht es denn jetzt
—
—
mit ihrer Geſundheit? Dieſe ſo heitere und froͤhliche
.—


