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. Intereſſe, welches eine ſolche Patientin unwillkuͤr⸗ lich einfloͤßen muß.“
„Beſter Herr Medizinalrath, ich bitte Sie, verzaͤr⸗ teln Sie mich nicht.“ 4
Sie ſetzte ſich auf das Sopha und der privilegirte Arzt ſetzte ſich daneben in einen Lehnſtuhl.
„Und wenn ich dies nun auch thaͤte...(dreima⸗ liges Huſten)... wer koͤnnte mich dann anklagen, daß man ſeine Lieblingspatienten hat?“
„Und keiner davon iſt dankbarer, als die arme Lilia!“
„Dankbarkeit kann niemals in Frage kommen..
nun laſſen Sie uns einmal das Puͤlschen fuͤhlen... Ach, er iſt nicht recht gleichmaͤßig... ein leiſer Anhauch
von Fieber. Wenn wir uns nicht in Acht nehmen ſo
...(Huſten uͤber Huſten)... ſo muß ich, dafern ich meinen Ruf nicht verſcherzen will, darum bitten,
daß ich zuweilen mein Eigenthum beſchirmen darf—
der Patient iſt ſtets des Arztes Eigenthum.“
Es waren nun volle drei Minuten, daß der Dau⸗ men des Medizinalraths einen der weißeſten Arme be⸗ ruͤhrte, die ihm jemals in ſeiner Praxis vorgekommen waren.
Zum Gluͤck beſitzen die Heiligen große Geduld.
Als ſich endlich kein Vorwand mehr geltend ma⸗ chen ließ, erlaubte er ganz gracioͤs dem ſchoͤnen Arm, aus dem mit Juwelen geſchmuͤckten Gefaͤngniß ſeiner
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