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Spiegel chen, eine wuͤrdige Hausmutter auf dem Lande zu wer⸗ der derf den... nein, nein! weinen Einmal hatten Beide gleichwohl ein und daſſelbe Kcben gefuͤhrt, aber der Unterſchied war der, daß der ooͤnheit! gute Keim bei Honorinen zeitig erwachte und Frucht Farbe trug, waͤhrend Adele dagegen beſtaͤndig den unterdruͤckte, ſogleich der in ihrem Herzen wachſen wollte. Zuweilen ſagte ſie zu ſich ſelbſt: 4 zu⸗„Was brauche ich Geld oder Zeit zu
enſt ich lebe ja nicht ſo lange. Es iſt am beſte ſen weeil ich kann und nicht an etwas Anderes zu
Tage als an Zerſtreuung.“ Darauf antworlete ihr aber gleichwohl eine an⸗ ie man dere Stimme:
„Wenn Dein Uebel zunimmt, wenn Du vielleicht bitter? auserſehen biſt, die grauſamen, unausſprechlichen Qua⸗ her an⸗ len zu erdulden, von welchen eine ſolche Krankheit be⸗ 4 gleitet ſein kann, wenn Du zu einer lebendigen Leiche eit, an verwelken ſollteſt... Viel„O mein Gott, mein Gott, wo ſollte ich dann die
Mittel hernehmen, die Zeit zu toͤdten?... Ich habe
Lande ſo wenig Huͤlfsquellen in meiner Seele. Allein kann wuͤrde. ich nicht leben... aber ein abgeſchmackter, langweili⸗ Freun⸗ ger Mann, der mich entweder durch uͤbertriebene Zaͤrt⸗ in Be⸗ lichkeit oder auch durch Gleichguͤltigkeit aͤrgert— nein,
gehor⸗ o nein, ich werde wohl in der Einſamkeit leiden ler⸗ 4


