Teil eines Werkes 
10.-12. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihr warmes Herz, welches Raum fuͤr ſo Viele, Viele

218

eine gute Weile damit; die Sachen vor dem Spiegel zu beſehen, ſie in die Schubfaͤcher zu legen oder der Naͤhterin zu uͤbergeben. Zuweilen nahm ſie auch einen andern Weg.

Denn kam eine Bekannte, welche die Schoͤnheit des Muſſelins, die Feinheit der Spitzen und die Farbe des Bandes bewunderte, ſo ſagte Frau Adele ſogleich mit der bezauberndſten Anmuth:

Ach, meine Beſte, gefaͤllt Dir dies vielleicht zu⸗ faͤllg? So nimm dies Du thuſt mir einen Dienſt damit! Ich habe gar keinen Platz zu allem dieſen.

Aber nach dem in Zerſtreuung verbrachten Tage kam nicht ſelten eine ſchlafloſe Nacht.

Ach, wie lange waren ſie, dieſe Stunden, die man fuͤr ſich ſelbſt haben mußte!

Waͤhrend dieſer klagte ſich die arme Adele bitter⸗ lich an, daß ſie ihr Leben nicht beſſer und nuͤtzlicher an⸗ wendete.

Da dachte ſie an Honorinens edle Thaͤtigkeit, an

hatte und an das heitere, ſchoͤne Tjuſtorp. Auch gab es keinen andern Ort auf dem Lande, wo Adele es fuͤnf Monate lang ausgehalten haben wuͤrde. Honorine war ihr Vorbild, ihre innig geliebte Freun⸗ din; aber ihr nachzufolgen, ihren Ermahnungen in Be⸗ zug auf die Stellung ihres Oeconomieweſens zu gehor⸗