Teil eines Werkes 
10.-12. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

venn alliebe um⸗

und Zeile Adele ldete,

217

Da aber die junge Witwe nichts weniger liebte, als Seufzer und Melancholie, ſo nahm ſie ſogleich ihr ſogenanntes froͤhliches Leben wieder auf.

Zum Anfange machte ſie eine Badereiſe, waͤhrend welcher ſie, dem allgemeinen Geruͤchte zufolge, zehn Flor⸗ kleider und eben ſo viel ſeidene zertanzt hatte.

Gleichwohl hatte dieſe Badereiſe keine andere Wir⸗ kung, als daß ſie bei ihrer Ruͤckkunft ihr Haus auf einen noch flotteren und geſellſchaftlicheren Fuß ſtellte, als vorher.

Tanz, Muſik, Promenaden, Gelegenheitsſpiele, ar⸗ rangirte Suͤrpricen mit Tableau's und Maskeraden u. ſ.w., u. f. w. wechſelten in ewiger Reihenfolge ab.

Sie lebte nicht laͤnger, als ſie ſich vergnuͤgte, denn ſie war ſelbſt gewohnt geweſen ſich zu vergnuͤgen. Und als ſie einmal dieBreuden der Haͤuslichkeit ver⸗ ſuchte, war es ihr ſchon waͤhrend der erſten drei Stun⸗ den, als ob ſie vor Gaͤhnen ſterben muͤßte.

Die Schmerzen, welche ſich dann und wann ein⸗ ſtellten, nahmen in der Einſamkeit auch allemal zu.

Wenn ſie kein anderes Vergnuͤgen erhaſchen konnte, ſo mußte ſie hinaus und Einkaͤufe machen und dann ging oder fuhr ſie in der ganzen Stadt herum von Ge⸗ woͤlbe zu Gewoͤlbe, wuͤhlte Alles durch und waͤhlte und verwarf, bis ſie ſich endlich mit wenigſtens fuͤnf Mal ſo viel verſehen ſah, als ſie zu kaufen beabſichtigt hatte.

Spaͤter, wenn ſie nach Hauſe kam, verbrachte ſie