Teil eines Werkes 
10.-12. Bd. (1850)
Entstehung
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ten Couſin ausgeſtochen; aber Baron Siyten vermochte nicht, ſeinen Nebenbuhler, wegen dieſes Erfolgs zu haſſen, denn er ſah, daß Honorine nur eine Vernunft⸗ heirath eingegangen war.

Und umſoweniger fiel es ihm ein, die Wahl ſeiner Couſine zu tadeln, als er ſelbſt die Fehler kannte, die er hatte, Fehler, deren Folgen er genugſam empfin⸗ den mußte, beſonders einmal, als er(unter dem Ein⸗ fluß eines derſelben) in einer muntern Abendgeſellſchaft zufaͤllig ſich um ein junges Fraͤulein beworben hatte, deren Eltern ihn mit ihrer Einwilligung uͤberraſchten, ohne daß er wußte, daß er dieſe oder die Hand des Maͤdchens begehrt habe.

Aber er mochte nun wiſſen oder nicht wiſſen, was er wollte, die Bewerbung war geſchehen und als am folgenden Tage ſein Schwiegervater in spe ihn beſuchte, um uͤber Geſchaͤfte und daneben etwas weniges uͤber die Freude zu ſprechen, welche ſeine Tochter uͤber ein Buͤndniß zu empfinden ſchien, welches wahrſcheinlich ſchon laͤngſt die ſtille Wahl ihres Herzens geweſen, fuͤhlte der Baron ſich gleichzeitig ſo geſchlagen und da⸗ neben ſo zur Dankbarkeit verbunden, daß er nichts ab⸗ leugnen konnte. Und uͤberdies, welches Recht hatte er auch wohl, ein junges und unſchuldiges Maͤdchen zu beleidigen?

Mein, ſagte er zu ſich ſelbſt,wenn Du, von ihren kleinen Kuͤnſten angeſpornt, im Rauſche geſagt