Teil eines Werkes 
7.-9. Bd. (1850)
Entstehung
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begreife, was man Geiſt und Wiz nennt, ſo begreife ich doch um ſo mehr das, was Redlichkeit und Chre heißt und ich erklaͤre, daß es nicht ehrenhaft von Dir i*ſt, einen Freund zu opfern, einen Dir ſo innig erge⸗ benen Freund und zwar um einer Intriguantin willen, die, wenn es ihr auch einmal gelungen, ihn zu bethoͤren, ihn doch niemals zu einer ſtrafbaren That verleitet hat.* „Ach, Du weißt alſo...

„Ich weiß Alles, weil ich als dieſes Weibes

Bruder, von dem Doctor fuͤr wuͤrdig angeſehen ward, in das Innerſte Eurer Verhaͤltniſſe eingeweiht zu wer⸗ den und ich vertheidige ihn, weil er das ganze Recht auf ſeiner Seite hat. Ich ſchwoͤre Dir zu, daß ſie allein ſtrafbar iſt und da ſie Dir niemals mehr ange⸗ hoͤren kann...“

„Ha, brauchſt Du mich daran zu erinnern!“

„Großer Gott, ſieh nur aus wie ein Menſch, Philipp! Das iſt ja ſchon abgemacht. Aber ich finde jetzt, daß es wirklich mit Dir vorbei iſt.“

Dicks Antlitz gab einen ſo tiefen Schmerz zu er⸗ kennen, daß Philipp mit hoͤhnender Bitterkeit ſagte:

„Ja, nicht wahr, ich bin bald reif fuͤrs Irren⸗ haus?“

„Armer Freund!“ murmelte Dick, der jetzt end⸗ lich fand, daß man Philipp nicht mehr wie einen Mann, ſondern wie einen ſchwachen, reizbaren Kranken behan⸗ deln durfte.