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riethen, waren auf Arnold gerichtet— aber die ſeinen waren zu Boden geſenkt.
„Sie ſagen alſo nichts... Sie wollen nicht, mein Freund, meine Stuͤtze werden?“
Endlich blickte Arnold auf..
„Ich kann es nicht!“ ſagte er mit gedaͤmpfter Stimme,„als Freund kann ich mich an einem ſolchen Geheimniß nicht theilhaft machen.“
„Aber da ich Sie als Arzt betrachtete,“ ſtammelte ſie, hatte ich ja ein Recht, mich an Sie zu wenden?“
„Und als ſolcher habe ich kein Recht, mich zu weigern... aber nun bin ich es, der ſie bittet, mich zu ſchonen.“
„Ha, ſo ſind die Maͤnner— groß in Worten, klein in Thaten! Spielbaͤlle unſerer Launen, beten ſie uns an, wenn wir ſie als Puppen behandeln, aber wenn wir uns an ſie, als unſere Herrſcher, wenden, da verlie⸗ ren ſie den Kopf und ziehen ſich in den ruhigen Kreis einer paſſiven Enthaltung zuruͤck.“
„O, ſchweigen Sie, Sie beleidigen mich da ohne
Grund... Sie wiſſen, Lilia,“ fuhr er in weicherem Tone fort,„daß ich Ihnen mit meinenn... ja mit
meinem Herzblut dienen wollte, dafern es moͤglich waͤre.“ „Es iſt moͤglich, wenn Sie nur wollen— ich habe Ihnen ſchon geſagt, auf welche Weiſe.“ „Aber denken Sie an die Wahrſcheinlichkeit, daß dieſes Geheimniß, trotz aller Sorgfalt und Vorſicht, den⸗


