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fangen hielt und jetzt ſah er vollkommen ein, daß von ihm durchaus nicht die Frage war. Gleichwohl war es etwas Menſchliches, etwas ganz Schwaches, was ſich in ihm ruͤhrte. Wir wollen gleichwohl nicht verſuchen, das Gefuͤhl zu dolmetſchen, welches er ſich ſelbſt zu ver⸗ ſtehen ſcheuete.
„Sagten Sie Demuͤthigendes?“ fragte er langſam.
„Ich that es und ich muß hinzuſetzen— Verab⸗ ſcheuungswerthes.“
„Wollen Sie da vielleicht erſt erklaͤren, ob es der Arzt oder der Freund iſt, dem Sie Ihr Vertrauen zu ſchenken wuͤnſchen?“
„Ach, Sie haben ſchon Argwohn, wenn Sie eine ſolche Frage thun.“
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„Bei meiner Ehre, nein.... Aber es ſcheint mir t kaum moͤglich, daß Sie, wenn Sie blos den Rath eines
Freundes haͤtten haben wollen, mich gewaͤhlt haben wuͤrden?“
„Sie haben vielleicht recht.“
„Es iſt alſo...“
„... ſowohl der Freund, als der Arzt, den ich ſuche.“ Die Wolke, welche uͤber Arnolds Seele ge⸗ ſchwebt hatte, zog ſich nun ſchnell hinweg.
„Dank,“ ſagte er,„nun bin ich weit ruhiger— ſagen Sie mir nun Alles.“
Lilig betrachtete einen Augenblick den jungen Ars


