Teil eines Werkes 
4.-6. Bd. (1850)
Entstehung
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Wir wollen nun ſehen, was Philipp erroͤthend und tief Athem ſchoͤpfend in dieſem roſenrothen Brief⸗ chen las:

„Mein Herr!

„Wenn Sie dieſe von einer Unbekannten geſchrie⸗ benen Zeilen leſen, muß ich Sie vor allen Dingen dar⸗ an erinnern, daß ein Dichter viele Bekannte, ja Freunde hat, die er ſelbſt nicht kennt, die aber deswegen ihm nicht minder kuͤhn ergeben ſind, als die Freunde, an welche er die Schaͤtze ſeiner Zaͤrtlichkeit und ſeines hei⸗ tern, guten und ſeelenvollen Gemuͤths verſchwendet.

„Schon ſeit mehreren Jahren und jedes Mal, wo ein mit dem theuren Pſeudonamen geſchmuͤcktes Werk von Ihnen herausgekommen iſt, hat meine Bewunde⸗ rung ſich geſteigert und ich habe mir ſelbſt die Worte geſagt, die ich jetzt vor Ihnen zu wiederholen wage.

„Alexis' offene, feurige und edle Seele lebt einſam.

„Einſam und allein begiebt ſie ſich auf ihre befluͤ⸗ gelten Reiſen, wo die ſchoͤnen Genien des Geſanges ihn unter ihren Schutz nehmen....

„Aber ach, Alexis' Herz bedarf einer irdiſchen Sym⸗ pathie, wenn die Genien ihn verlaſſen und Du, das eben ſo einſam ſtehende Weib, welches aber doch eine Seele hat, um die ſeinige zu erfaſſen, Du ſollſt ihm dieſe Sympathie, dieſe reine, goͤttlich⸗klare Sympathie bieten, 2 X