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Heirathsantraͤge, Namens⸗ und Geburtstagsgluͤckwuͤnſche geſchrieben wurden.
Alles das brachte gleichwohl nicht viel ein, ſo lange ſie blos Briefe malen konnte.
Aber wer vermag die Wendungen ſeines Schick⸗ ſals zu ahnen!
Nachdem Johanna ihrem Vater zum Grabe und ihrer Mutter ins Armenhaus gefolgt war, ſah es eine Zeit lang ſehr truͤbe fuͤr ſie aus, aber dies dauerte doch nicht lange.
Die Witwe des Stubenmalers, Tochter eines ar⸗ men Geiſtlichen und nicht ohne eine gewiſſe Erziehung, war erſt bei ihrer Ankunft in dem Armenhauſe nach ihrem richtigen Werthe geſchaͤtzt worden.
Sie war ſtets eine freundliche Frau geweſen, die keine Maſche fallen ließ, ſondern ganz ſtille vom Mor⸗ gen bis zum Abend mit dem Strickſtrumpf in der Hand in einem Winkel ſaß, und die Familie fuͤr ſich ſelbſt ſorgen ließ, ſo gut wie ſie konnte.
Jetzt aber, als geachtetes Mitglied einer Geſell⸗ ſchaft, wo der Eine ſo gut war wie der Andere— ſie hatte ſtets zu viel Reſpekt vor ihrem Manne gehabt, um ſich ihm ebenbuͤrtig zu fuͤhlen— begann ſie gewiſſe Anlagen zu einer ſelbſtſtaͤndigen Exiſtenz zu entwickeln.
Sie konnte alle Briefe ihrer Schickſalsgenoſſen ſchreihen und die vielfachen Einzelnheiten, welche dieſen


