Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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... ſonſt mache ich den Doctor zu meinem demuͤthigen Anbeter.

Dieſe Gaukelei ſchien dem Doctor offenbar etwas uͤber die Grenzen der heitern Laune einer jungen Dame hinauszugehen.

Gerade deshalb, weil Lilia im Beiſein ihres Man⸗ nes niemals dieſe freie Sprache fuͤhrte, klang ſie den Ohren des Doctors um deſto widerlicher. War dies wirklich dieſelbe Lilia, welche(wenn er das einzige Mal ausnahm, wo ſie ſo unfreundlich mit Philipp uͤber ſeine einſchlaͤfernde Poeſie ſcherzte) ſonſt in ihrem Weſen ſtets ſo ſanft und hell war, wie ein Sonnenſtrahl, in ihren Worten rein, wie friſchgefallener Schnee?

Lilia bemerkte recht wohl, daß, wenn ſie auch den Doctor uͤberraſcht hatte, derſelbe gleichwohl nicht geneigt zu ſein ſchien, ſich auf den erſten Angriff zu ergeben. Und eben ſo wenig ſchien er geneigt zu ſein, den ver⸗ traulichen Ton zu benutzen, den ihre eigene Ungezwun⸗ genheit geſtattete.

Beklagen Sie mich, Frau Thurné, daß ich in einem altvaͤteriſchen Hauſe erzogen, und ohne das Gluͤck eines lebhafteren geſellſchaftlichen Umganges genoſſen zu haben, ganz und gar der Erfindungsgabe entbehre, welche zu einer launigen Converſation gehoͤrt. Es iſt dies inzwiſchen ein Mangel, der mich allein trifft.

Aber mir iſt nicht bekannt, daß ich den Doctor zu einer launigen Converſation aufgefordert haͤtte.