Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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14. Die Frau in der Abweſeyheit ihres Mannes.

Er kann niemals ſeine Feſſeln brechen, die er mit Entzuͤcken kuͤßt, wenn ich ſie ihm an die Lippen fuͤhre! fagte die junge Gattin, als ſie, am Fenſter ſtehend, dem Schlitten nachſah, der ihren Gemahl fortfuͤhrte.

Niemals, ſetzte ſie in dem kuͤhnen Uebermuth ihrer Gedanken weiter hinzu,niemals wird er auch nur das fluͤchtigſte Gefuͤhl faſſen koͤnnen, welches ſeine abgoͤttiſche Neigung ſchmaͤlert... Ach, fuͤrchte nichts, mein Vater; ich habe das Mittel gefunden, dieſen Schmet⸗ terling ewig feſtzuhalten... Seine Liebe ſoll noch milder, noch ſklaviſcher werden... armer Philipp, wie ich Dich bemitleide aber ich kann es nicht aͤndern, denn wenn ich lieben ſollte... ſelbſt wenn ich liebe, will ich herrſchen, nicht gehorchen!

Sie ging, um ſich auf daſſelbe Sopha zu ſetzen, wo ſie den Abend vorher mit Philipp geſeſſen.