Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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dergleichen zu machen; ich habe mich ergeben und un⸗ terwerfe mich.

Philipp, mein armer Philipp, wie unnatuͤrlich klingt dieſe Sprache von Deinen Lippen! Verzeihe mir ich hatte unrecht! Ich weiß, daß Du wohl wie ein Poet lebſt, aber ohne Philipp Thurné's ſtuͤr⸗ miſche Junggeſellentage wieder heraufzubeſchwoͤren... ich weiß, daß keine anderen Frauen, als Deine Aufwaͤr⸗ terin und Deine Muſe Dir Beſuche abſtatten.

Indem ſie heiter die letzten Worte ausſprach, ſtreckte ſie mit einem Blicke ſeelenvollen Vertrauens ih⸗ rem Manne die Hand uͤber den Tiſch entgegen.

Im naͤchſten Augenblick ſaß Philipp nicht mehr Lilia gegenuͤber, ſondern auf dem Sopha neben ihr, und waͤhrend er ihre Haͤnde mit Liebkoſungen und Kuͤſſen bedeckte, fuhr ſie fort:

Ja, ja, mein theurer Philipp, mein ewig theurer

Philipp, Du ſchwoͤreſt alſo, auch hinfort mir treu zu ſein, nicht wahr?.

Was bedarf es eines Eides daruͤber? ſtammelte er, gluͤhend vor Seligkeit und Entzuͤcken.Kann ich Dir untreu werden haſt Du mich nicht zu einer ewigen Sklaverei verurtheilt? Komme ich nicht ſtets wahnſinniger zuruͤck, als da ich abreiſ'te?

Aber Du biſt dennoch kein Liebhaber nach dem alten, romantiſchen Muſter, denn dann wuͤrdeſt Du, gleich einem Drachen, Deinen Schatz bewachen, ohne

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