Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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den delikaten Auftrag uͤbernommen, einen Brief an Frau Lilia Thurné zu uͤberbringen, die ſich ſeit einigen Tagen heimlich in einer kleinen Stadt aufhielt, drei Meilen von dem Hauſe entlegen, welches ſie verlaſſen und wo ihr Gatte jetzt ſein letztes Urtheil abwartete.

Der Brief, den er geſchrieben, enthielt blos die Zeilen: 3

Lilia! Wenn Du Dich weigerſt, mich noch ein⸗ mal vielleicht das letzte Mal mich zu ſehen, ſo bedarf es weder einer gerichtlichen Bekanntmachung, noch eines Proceſſes, um Dich frei zu machen; dann ſchieße ich mir eine Kugel durch den Kopf.

Noch zwei Stunden hatte er zu warten und drei hatte er ſchon in derſelben Stellung am Fenſter ge⸗ ſtanden.

Ein Blitz, ſtaͤrker und anhaltender, als einer der vorhergegangenen, ſchlug ihn gerade in die Augen. Er trat zuruͤck.

Er ſtrich ſich mit der Hand uͤber die kalte Stirn; er begann den Kampf der Elemente draußen zu begrei⸗ fen und er fuͤhlte ſich von der neuen Furcht ergriffen, daß dieſes entſetzliche Unwetter ſeinen Boten aufhalten koͤnnte.

Aber er wiederholte jetzt, was er ſchon unzaͤhlige Mal vorher wiederholt Doctor Warrvners letzte Worte: