Vor wenigen Wochen noch war Philipp Thurné ein reicher Mann geweſen, der beneidete Eigenthuͤmer eines bluͤhenden Fabrikgeſchaͤfts. Aber daneben gehoͤr⸗ ten ihm auch edlere Schaͤtze.
Er beſaß die Achtung und das Vertrauen ſeines ganzen Ortes; er beſaß eine reizende Gattin, die er anbetete und von der er auch angebetet zu werden ſchien; er beſaß zwei Kinder— mit einem Wort, er beſaß das ganze Paradies: Reichthum, Achtung, Liebe, Selig⸗ keit... und heute beſaß er nichts mehr, weder Reich⸗ thum, noch Liebe, noch Gattin, noch Kinder, noch all⸗ gemeine Achtung.
Woher kam ein ſo gewaltiger und heftiger Schlag? Dieſes Geheimniß mußte ſich in der Obhut ganz ver⸗ ſchwiegener Leute befinden, denn Niemand ahnte, Nie⸗ mand verrieth es.
Alles was man wußte, war, daß Frau Thurné, dieſes Muſter aller Hausfrauen, ihr Haus verlaſſen und ihre Kinder mitgenommen hatte und daß ſie unwider⸗ ruflich auf gerichtlicher Scheidung ſtand.
Da nun Philipp Thurné Alles durch ſeine Ver⸗ heirathung beſaß, bei welcher ſolche Vorkehrungen ge⸗ troffen worden, welche ſeiner Gattin ihr ganzes Eigen⸗ thum vollſtaͤndig ſicherten, ſo verlor er auch Alles durch die Trennung der Ehe und dabei noch mehr, als er bekommen, denn die Achtung, die er fruͤher beſeſſen,


