Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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Dann muß ich ihn morgen bei Zeit aufſuchen; denn ich kann nicht abreiſen, ohne ihn zu ſprechen.

Ei was, der Herr will abreiſen 2 fragte die Mutter mit nicht wenig heiterem Geſichte.

So iſt's; mein Dienſt nöthigt mich, mehr in die Nähe meines Chefs zu ziehen.

Gott ſey Dank, daß der Elende abreist! dachte Klas Malchus, den es tüchtig fror, da er ohne Mantel daſtand. Er war nicht ſo vorſichtig geweſen, wie der Stallmeiſter.

Mutter Chriſtine mußte wohl oder übel die Laterne anzünden, um dem Vieh ſein Nachtfutter zu geben. Die Familie war zwar jetzt in ſo guten Umſtänden, daß man eine kleine Dienſtmagd halten konnte; aber dieſe war krank und die Mutter mußte deßhalb ſelbſt hinaus, die Laterne in der einen und den Milchkübel in der andern Hand. Marie ſah ihr unruhig nach; doch ſie hatte ja in ſich ſelbſt einen Schutz, der ſie gewiß am Beſten ver⸗ theidigte, wenn es der Stallmeiſter wagen ſollte, zu auf⸗ dringlich zu ſeyn.

Kaum hatte die Mutter die Thüre geſchloſſen, als der ungeduldige Hofmacher, dem der Erſatz, welchen er füͤr die Abweſenheit des Alten erhalten hatte, ſehr ge⸗ legen kam, ſeinen Stuhl näher zu Marien hinrückte. Die dunkle Röthe, die noch vom Vormittage her auf ihren Wangen brannte, machte ſie ihm noch einmal ſo reizend, und ſeine Einbildung flößte ihm den Gedanken ein, die Nachricht von ſeiner unvermutheten Abreiſe habe ſie ſo verſtimmt. Trotz ihres Widerſtandes faßte er ihre Hand und bedeckte ſie mit verwegenen Küſſen, während Klas Malchus, der noch keinen einzigen gewagt hatte, vor Zorn und Eiferſucht zitternd, draußen ſtand; aber er wollte ſehen, wie Marie auf eigene Fauſt mit ihm in's Reine käme er war ja auf alle Fälle da.

Laſſen Sie! rief Marie zornig und riß ihre Hand

mit Gewalt zurück.

Und warum, meine holde Schöne? Wir ſehen uns