braven Kapitän den Rang abgelaufen hatte. Und über⸗ dieß war das heitere und herablaſſende Fräulein Ebba immer in höherer Gunſt geſtanden, als Fräulein Eugenie, und daher kam es nun, daß man gar nicht damit zu⸗ frieden war, daß man dem Sohn der Letztern vor dem der Erſtern huldigen ſollte. Niemand von dem alten Baron, bis herab zu dem letzten Hirtenjungen konnte ſich mit dieſem Gedanken ausſöhnen.
Was den Baron E— brand ſelbſt betraf, ſo hatte er natürlich ſeine fehlgeſchlagene Hoffnung niemals in Worten ausgeſprochen. Aber jeder konnte doch hinläng⸗ lich bemerken, wie es in dieſer Hinſicht ausſah; und als die beiden Familien im folgenden Sommer nach Tyrings⸗ holm kamen, um ihre Lieblinge zu zeigen, ſo ſah der Rittmeiſter mit heimlichem, aber nur um ſo tieferem Aerger, daß der Großvater dem abgeſetzten Majorats⸗ herren einen unwillkürlichen Vorzug vor dem eigentlichen Prätendenten gab. Auch Eugenie gewahrte mit dem ſchar⸗ fen Blick der Mutterliebe dieſelben Symptome; und hätte nicht die freundliche und liebenswürdige Ebba mit ihrem zugleich herzlichen und frohen Weſen die ſchweſterliche Harmonie mit Macht aufrecht erhalten, ſo würde man vielleicht manchen unangenehmen Auftritt erfahren haben. Wenn Eugenie z. B. ſagte:„Ich ſehe recht wohl, daß Papa meinen kleinen Knaben nicht beſonders liebt, ſon⸗ dern dem Deinigen das beſte— ſeine Liebe ſchenkt,“ dann erwiederte die freundliche Baronin Ebba mit ihrem ſanf⸗ teſten Lächeln:„Liebe Eugenie, Du mußt Dich erinnern, daß reiche Majoratsherren weit weniger der Liebe be⸗ dürfen, als arme Fähndriche! Uebrigens bin ich gewiß, daß Du Dich täuſcheſt, wenn Du Papa für ſo par⸗ theiiſch hältſt: Es iſt nur ein feines Zartgefühl gegen bine welches übel zu nehmen Du ſelbſt zu. gut und edel biſt.“
Die Jahre gingen indeſſen in ihrem gewöhnlichen Gang dahin. Der Rittmeiſter war allmählig bis zum Grade eines Oberſtlieutenants geſtiegen, und hatte mit
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