fälle erſchienen— und einem Einfall von ihm, er mochte nun ſo toll ſein, als er immer wollte, war es ihr phy⸗ ſiſch und moraliſch unmöglich zu widerſtehen. Wir brau⸗ chen nicht hinzuzuſetzen, daß ſich der Oberſt oder der damalige Nittmeiſter ſeinerſeits bemühte, ſeine junge Gattin durch das ſüßeſte Liebesgetändel einzuſchläfern, da es ſich ja von ſelbſt verſteht, daß ein ſolcher Mann von Anfang an ſeine Macht auf dieſe Art begründen mußte. Ueberdieß muß man wiſſen, daß der Rittmeiſter auch liebte, aber freilich auf ſeine Art: Schon in ſeiner Jugend, ehe noch die wärmſten Gefühle erſtarrt waren und ſich zu einer eiſigen Kruſte gebildet hatten, war Eigennutz und Berechnung ſeinem Weſen nicht fremd ge⸗ blieben und ſchon damals übten ſie eine Gewalt über ihn aus, die ſich ſpäter nicht verminderte.
Die beiden neuvermählten Paare verließen Tyrings⸗ holm zu gleicher Zeit, um ſich für den Anfang an den verſchiedenen Punkten niederzulaſſen, wo die Dienſtver⸗ richtungen der Herren ihre Anweſenheit erforderten; und nur wenige Monate ſpäter erhielt Baron E— brand mit Freude und Unruhe zugleich die Nachricht, daß beide Töch⸗ ter ihm einen Erben zu ſchenken hofften. Gegen das Ende der Erwartungsperiode nahm die Unruhe des alten Ba⸗ rons auf eine bedeutende Art zu: Er konnte beinahe nicht mehr ſchlafen, weder bei Nacht noch bei Tag.„Möchte Ebba die erſte ſein!“ flüſterte die Partheilichkeit.„Möge Gott ſeinen Segen dazu geben, ſei es nun dieſe oder jene,“ berichtigte die uneigennützige Vaterliebe.
Endlich kam der erſte Brief, und das Siegel trug das L—'ſche Wappen. Die Hände des alten Baron E— brand zitterten ſo ſehr, daß er es eine lange Zeit nicht öffnen konnte.„Bedenke, wenn es ein Mädchen wäre!“ Er fühlte, wie ein Schauder ihm durch die Glie⸗ der fuhr.„Gott bewahre uns! nur keine Mädchen, nur nicht wieder Mädchen!“ Jetzt ſprang das Siegel und da ſtand in gutem und leſerlichem Schwediſch deutlich und klar, obſchon die Hand, die die Worte niedergeſchrieben
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