Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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Liebe? Die Drotſchke wartet, und es wäre Unrecht von mir, wenn ich noch eine Minute länger zögerte. Der

Oberſt reichte ſeiner Frau die Hand zum Abſchied, und

drückte ihr einen leichten und kühlen Kuß auf die Stirne.

Lebe wohl, liebe Eugenie! Geh' jetzt, und lege Dich

nieder; Du bedarfſt deſſen jetzt am Meiſten, ich hoffe,

mit guten Zeitungen heimzukehren!

Malchus, Malchus! um Gotteswillen, ſey nicht ſo hart, ſo kalt gegen mich! Ich weiß, daß es nicht um meiner Geſundheit willen, ſondern wegen einer für Dich weit wichtigeren Sache iſt, daß Du mich nicht frtſaſen willſt. Aber ich verſpreche, ich verſpreche Dir heil...

Du biſt krank, und mußt zu Hauſe bleiben, un⸗ terbrach ſie der Oberſt nachdrücklich, d. h. ſeine Stimme wurde nicht lauter, ſondern ſie ſank um ein paar Töne unter ihren gewöhnlichen ſchönen Klang.Und nicht nur krank, ſetzte er hinzu, als die Baronin antworten wollte,ſondern weit ſchlimmer: Ich fürchte, Du bekomniſt einen Rückfall von Deiner alten Hypochondrie.

O mein Gott, mein Gott! ſeufzte die Troſtloſe, iſt es zu verwundern, wenn ich gemüthskrank werde?

Gewiß nicht, meine Liebe ich ſage auch nicht, daß es im Geringſten zu verwundern ſey? Solche Zu⸗ fälle ſind in gegenwärtiger Zeit ſehr gewöhnlich, und wir wollen hoffen, daß ſie ſich durch ſtrenge Vorſicht und zärtliche Pflege geben.

Bei dieſen letzten Worten brachte der Oberſt ſeine Fingerſpitzen mit all' der Anmuth zuſammen, die man von einem Manne erwarten konnte, der ſich ſo artig und vorſorglich gegen ſein Weib gezeigt hatte; und einige Augenblicke ſpäter war er auf dem Wege nach dem herr⸗ lichen Tyringsholm, dem großen Gute ſeines Schwie⸗ gervaters, und dem Leckerbiſſen, den er, nach ſeiner köblichen Gewohnheit alles, was ſeinem Nächſten ge⸗ hörte, für ſein anzuſehen, bald als ſein Eigenthum zu begrüßen hoffte.