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ner Kammerjunker! Aber ich muß Dir ſagen, meine liebe Eugenie, und ich hoffe, Du haſt die Güte, meine Offenheit nicht übel aufzunehmen, daß im Fall Jemand hier im Hauſe auf den unbeſonnenen Gedanken gerathen könnte, Dir kleine Artigkeiten erweiſen zu wollen, die ich nicht billige, ſey es nun, wer es auch ſeyn mag, er ſich nach einem andern Platze umſehen muß! Es würde mir leid thun, wenn dieſes Loos Deinen Günſtling träfe; denn Du weißt ſehr wohl, daß ich mir keine Inkonſe⸗ quenz in meinem einmal geſaßten Beſchluſſe geſtatte.“
„Aber für dießmal, beſter Malchus, verzeihſt Du ihm doch?“ bat die Baronin in nachgiebigem Tone.
„Verſteht ſich, er wußte ja nicht, daß er fehlte; aber er ſoll es erfahren, und dann dürfteſt Du vielleicht, meine gute Eugenie, am beſten daran thun, wenn Du ihn nicht ſo unverdeckt in Deinen Augen leſen ließeſt, um ihn nicht zu fernerem Ungehorſam zu verleiten.“
„Malchus,“ begann die Baronin, offenbar in der Abſicht, jetzt den Gegenſtand einzuleiten, weßhalb ſie die Unterredung begehrt hatte;„Ebbas Brief iſt höchſt be⸗ unruhigend, ich bin in tödtlicher Angſt darüber, und wenn Du nichts dagegen hätteſt, ſo wünſchte ich innig...“ ſie hielt inne;— und ihre Augen, dieſes furchtſame Tau⸗ benpaar, ſchienen um eine Aufmunterung zu bitten.
„Und ich,“ entgegnete der Oberſt ſchnell,„möchte in der That wünſchen, daß die Majorin ein wenig mehr Vorſichtigkeit, ich möchte ſagen, ſchweſterliche Zärtlichkeit in ihre Handlungsweiſe gegen Dich legte! Sie kennt doch die Reizbarkeit Deiner Nerven, Deine ſchwache Geſund⸗ heit, und Dein ſenſibles Gemüth: Sie hätte Dich ſcho⸗ nen ſollen, und Alles recht wohl mir ſchreiben können.“
Ich verſichere Dich, beſter Malchus, daß ſie es ſehr gut gemeint hat. Sie hat Recht, daß ſie mir ſchreibt, und mich nach Tyringsholm zu kommen bittet, um mit ihr die Sorgfalt für unſern Vater zu theilen— ich ſelbſt habe keinen höhern Wunſch.“


