Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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Weſens eher das Gefühl als der Gedanke war. Ferner ſah man in ihrer, von Unruhe und Schmerz zitternden Geſtalt eines jener feinen und biegſamen Rohre, die unter den geſchickten Händen der Männer elaſtiſch hin⸗ und herſchwanken, die aber, wenn ſie ſich ſelbſt über⸗ laſſen ſind, die eigene kleine Kraft wieder zu finden ſtre⸗ ben, welche ſie einmal beſaßen. Die Baronin war noch hübſch, und ihre Augen haͤtten ohne Zweifel ſchön ge⸗ nannt werden können, wenn nicht ein Zug der Furcht ihnen ihre naturliche Süßigkeit genommen hätte. Ihr aufgelöstes und zerſtreutes Haar war nachläſſig zurück⸗ geworfen, und nur zur Hälfte von einem loſe umgebun⸗ denen Florſhwale bedeckt.

Wie Du ausſiehſt, liebe Eugenie! ſagte der Oberſt, und hatte ein kleines mitleidiges Lächeln zur Hand, das jedoch dießmal für ſein Weib verloren ging. Warum bleibſt Du nicht liegen, meine Liebe? Es war eine wahrhaft überflüſſige Artigkeit, daß Du aufſtan⸗ deſt, um mit mir zu ſprechen.

Ja ich glaube wohl, daß Du das nicht verlangen würdeſt, antwortete die Baronin ſanft;und Du kannſt Dir leicht vorſtellen, daß es die Unruhe über den Zu⸗ ſtand meines Vaters iſt, was mich herausgetrieben hat.

Es war mir zu unangenehm, daß der Bengel,

der Guſtav, ſo zur Unzeit hereinlaufen mußte Du hätteſt den Brief nicht ohne Vorbereitung erhalten ſollen.

Lieber Malchus, ſey deßhalb nicht böſe auf den armen Knaben! Wenn er unſern Augen anſehen kann, was wir wünſchen, ſo iſt er ſogleich bereit, darum dem Schlaf und der Ruhe zu entſagen.

Ja ſo, ich verſtehe er ſtand alſo auf Befehl auf der Lauer?

Nein, nicht gerade das, verſetzte die Baronin mit etwas unſicherer Stimme,nicht gerade auf Befehl.

Sondern nur, weil er es Dir an den Augen an⸗ geſehen hatte? Auf meine Ehre, ein ſehr artiger, klei⸗

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