war. Die Erinnerung an dieſe Begebenheit hielt zwar ſo lange an, als das neue ſchwarzſeidene Kleid florirte; aber nach der Hand, als die Blüthezeit deſſelben zu ver⸗ ſchwinden begann, erbleichte auch der Gedanke an die verworrene Veranlaſſung ſeines Vorhandenſeyns. Von dieſer Zeit bis zu der, wo ein neuer Abſchnitt in unſerer Erzählung beginnt, hatte Frau Manning wahrſcheinlich Gelegenheit, in mancher erneuerten Auflage des Schwarz⸗ ſeidenen zu glänzen.
Erſtes Kapitel.
Noch kämpfte der röthliche Vorbote der Sonne mit der ſchwachen Dämmerung der Juninacht, als ein ſchnau⸗ bender, von dem ſcharfen Ritt ganz mit Schaum be⸗ deckter Klepper in dem hintern Hofe eines Landhauſes anhielt, welches von dem Oberſten, Baron X— gepach⸗ tet war.
Ein junger Knabe, der wahrſcheinlich auf Kund⸗ ſchaft draußen geſtanden war, wie man nach der Eile abnehmen konnte, womit er von einer Anhöhe in der Nähe herabgeſprungen kam, fragte athemlos:„Wie iſt es Blomgviſt? Ich bin überzeugt, daß Ihre Gnaden heute Nacht vor Unruhe kein Auge zugethan haben.“
Blomgviſt warf, ohne eine Antwort auf jene be⸗ ſtimmte Frage zu geben, dem Knabeu die Zügel zu, und das mit der ganzen Würde einer Perſon, welche weiß, daß ſie es mit einem Untergebenen zu thun hat.„Nimm das Pferd, Du Wechſelbalg,“ ſagte der ſtolze Mann der Livrée, indem er ſich die Stirne mit dem ſeidenen Sacktuche abtrocknete,„und ſehe zu, daß ſich der Stall⸗ knecht ſogleich daran macht.“
„Aber,“ wandte der Knabe mißvergnügt ein,„es preſſirt wohl nicht ſo ſehr mit dem Pferde! Ihre Gna⸗ den ſind ſo bekümmert; Blomaviſt hat wohl eine Bot⸗ ſchaft bei ſich?“
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