rem großen Wohlwollen ſelbſt hinausgegangen ſei, die Thüre zu öffnen, um ihren lieben Manning nicht zu be⸗ unruhigen.
„Die Weiber, die Weiber!“ brummte der Doktor, während er aus dem Kleiderſchrank ein paar neue Unter⸗ hoſen zog, worauf er ſchnell wie der Gedanke, aber nicht wenn dieſer dahin fliegt, ſondern wenn er ſich Zeit nimmt, eine anſtändige Tracht anzulegen, ankleidete und ging.
„Mein lieber, mein theuerſter Manning,“ dieß ſein Weib ihm nach,„ich bin beinahe zu Tode erſchreckt! Du biſt wohl ſo gut, Manning'chen, und erzählſt mir ein wenig, wann Du heim kommſt?
„Ja, von der Beſchwerlichkeit des Thüröffnens,“ ſagte der Doktor, indem er die Thüre ſchloß; aber er ſprach dieſe Worte in einem Tone, den ſein Weib noch nie an ihm gehört hatte. Der Laut war jedoch ſchon längſt verklungen, als ſie ihn zu verſtehen begann. Ihr Mann und der Fremdling waren fort.
Jetzt legte ſich Frau Manning nieder und weinte. Sie hätte doch wiſſen mögen, was ſie mit der Landſtrei⸗ cherin, der Unglücksperſon hinter dem Vorhang zu thun hätte. War es nicht ganz wie verhert, daß ſie, eine ehr⸗ bare Frau, ſo viele Verdrüßlichkeiten wegen der Abſcheu⸗ lichen auszuſtehen hatte? Und Manning, ja, der iſt mir ein artiger und dankbarer Mann! Er konnte doch wohl unmöglich etwas Anderes denken, als daß ich die Thüre aus reinem Wohlwollen öffnete. Ach die Männer, die Mäͤnner! Wann wird der Tag kommen, wo ſie den Werth und die aufopfernde Zärtlichkeit ihrer Weiber ein⸗ ſehen werden?“
Während ſich Frau Manning über dieſen Gegen⸗ ſtand ausließ, der ſchon ſo oft ein Stoff für die Be⸗ trachtungen eines ſchläfrigen Weibes war, folgte der Doktor mit ſchnellen Schritten dem Fremden die Straße entlang, ohne daß einer von ihnen das Stillſchweigen unterbrach.
„Ich glaube, Herr Doktor,“ ſprach endlich der Of⸗
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