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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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Calle? Warum ſollteſt Du die Johannisſonne nicht mehr ſehen?

Der Schmerz über den einen Theil von Calle's Worten vertrieb die Freude über den andern.

Nein, doch ich warte nur darauf, daß der ſpaniſche Flieder ausſchlagen ſoll; dieſe Blumen ſind immer meine Freude geweſen!

Der alte Lönner verſuchte es bisweilen, mit ſeinem

kranken Sohne über geiſtliche Gegenſtände zu reden; aber

er hörte auf damit, als Calle eines Tages ganz unge⸗ künſtelt ſagte:

Sei ſo gut, Vater, und laß das Geplapper! Ich glaube an den Herrn Jeſus Chriſtus und an ſeine Gnade gegen Sünder, und da ich nicht weiß, daß ich ſo ſehr viel Böſes gethan habe, außer daß ich das Wildpret ſtahl, ſo fürchte ich mich gar nicht, ſondern warte ruhig darauf, daß er zuſagt, wenn er Zeit hat, mich anzunehmen. Ich kann wohl begreifen, daß der Raum im Hinmmerreiche enge iſt; aber dennoch erhalte ich wohl einen Winkel, wo ich den Vater und die Kleinen und Nanny und Rag⸗ nar und Magda erwarten kann, wenn ſie es nicht ver⸗ ſchmähen, neben mir zu ſitzen.

Ach, Herr Jeſus, wie Du da redeſt, mein Calle! entgegnete Magda, die nun den Gegenſtand des Geſpräches aufnahm.Du weißt recht gut, daß ich Dir im Himmel⸗ reiche nahe ſein will, da Du mir hier auf Erden nächſt Ragnar der Liebſte geweſen biſt!

Das ſagſt Du nur, damt ich fröhlich ſein ſoll; doch ich bin nicht ſo hochmüthig, vaß ich es glaube!

Iſt denn Jemand hier, der Dir mehr Liebe beweist, als ich?

Calle lächelte und blickte auf die Wand. Dort hing eine neue Weſte, deren Gewebe er ſo aufmerkiam betrachtete, als wäre jeder Faden eine Partie eines Ge⸗ mäldes geweſen. 4

Meinſt Du, entgegnete er nach einigem Schwei⸗ gen, da der Vater hinausgegangen war,meinſt Du,