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Die Sonne ſtand ſchon hoch am Himmel, als die
Patronin erwachte.
Anfänglich wurde es ihr ſchwer, das Drama zu be⸗ greifen, welches während der Nacht aufgeführt worden war. Als aber Alles klar wurde, da ſeufzte ſie einen tiefen Seufzer: ſie hatte ihre Zeit überlebt, aber ſie unter⸗ warf ſich mit Reſignation ihrem Schickſale, die Gehor⸗ chende zu werden, nachdem ſie ſo lange die Regierende geweſen war.
Aber als ſie ſo in Nachdenken verſunken war, wie ſie ſich von den grauſamen Beſchuldigungen, die ihr Mann ihr gemacht hatte, befreien könnte, vernahm ſie eine Stimme, welche in einem jämmerlichen Tone ſtotterte:
„Tüte Ulgenie, theure Gattin! kann Dein zärtliches Herz ſich bewegen laſſen? Ich habe wohl geträumt, daß ich es gewagt habe, Dich zu beleidigen!“
„O, ergebenſte Dienerin!“—(man kann kaum glauben, mit welcher glänzenden Schnelligkeit die Patronin ihre ſchon verloren gegebenen Vortheile wieder an ſich riß, als hätte ſie dieſelben noch niemals im Ernſte für verloren gehalten)—„O, ergebenſte Dienerin! haſt Du nun den Rauſch ausgeſchlafen?“
„War ich denn.. ſollte ich getrunken haben? Ich kann mich doch nicht recht erinnern...“
„Du Wicht! wann haſt Du Dich wohl jemals einer Sache erinnert, wenn nicht mit meinem Gedächtniſſe?“
Doch es lohnt ſich nicht der Mühe, dieſe Scene noch weiter fortzuſetzen.
Die eine Stunde lange Regierung des Patrons Fabian verblieb nur eine große Phantaſte, welche, wie alle verunglückten Revolntionen, nur zehnmal ſchwerere und drückendere Auflagen zur Folge hatte.—
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