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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
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berechneten, ſo wären wir gewiß beinahe ein ganzes Jahr lang mit einander bekannt.“

„O, weit länger!“ entgegnete Nanny ebenfalls lächelnd.

„Und da wir Wort gehalten haben, uns nicht in einander zu verlieben, ſo ſcheiden wir nun wohl mit Freundſchaft und Zärtlichkeit, aber nicht mit Verzweif⸗

lung, und was das Beſte iſt, nicht mit Vorwürfen,

die wir ſonſt vielleicht zu machen und zu hören haben würden.“

„Ach ja, es iſt ſehr gut, daß... daß...“

Nanny konnte nicht ausreden.

„Wir brauchen es uns ja nicht zu verbergen, daß jenes Uebereinkommen wirklich etwas gewagt war— ich meines Theils bin nicht ſtolzer, als daß ich bekenne, daß es mir nicht ganz leicht geworden iſt, es zu halten.“

„Aber, Gottlieb, da Sie es nun einmal gehalten haben, ſo iſt es gut, wie es iſt.“

„Ja, gewiß, das weiß ich wohl— und dennoch iſt es nicht ſo gut, wie ich es haben wollte.“

„Wie gut wäre es denn da?“

„Das weiß ich meiner Seel' ſelbſt nicht! Hätte ich aber eine ſichere Stellung...“

Nanny ſenkte die Augenlider tief herab über die verrätheriſchen Augen; aber das geſchah nicht ſchneller, als daß Gottlieb bemerkte, wie ſich ein Strahl von plötzlicher Hoffnung darin entzündete.

„Du willſt mir alſo nicht rathen helfen, was ich thun würde, wenn ich unabhängig wäre?“ Mein!“ entgegnete das junge Mädchen mit Feſtig⸗ keit,„das würde zu Nichts dienen! Und wenn ich er⸗ fahre, daß Sie, Herr Gottlieb, die reiche Frau erhalten haben, von welcher wir geredet haben, ſo werde ich mich darüber freuen.“

„Und dieſe reiche Frau koſtet Dir nicht einmal einen halben Seufzer?“