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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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Wahrſcheinlich war ſie, da ſie mit erwähnter Muſterung beſchäftigt geweſen, zu ihren mütterlichen Sorgen gerufen worden. Doch die Anſtrengungen des Tages hatten ihre Kräfte erſchöpft, und ſie war einge⸗ ſchlafen, ohne zu merken, daß der Schlaf, dieſer Tröſter aller Betrübten, ihre Augenlider ſchloß.

Sie lag mit dem Geſichte dem Fenſter zugekehrt, und der Mond ſpielte uüber ihre ganze Geſtalt, welche um ſo mehr in die Augen ſiel, als die Wiege faſt in der Mitte des Zimmers ſtand. Noch trug ſie jenes Leibſtück und Kleid, welche ſie geliehen hatte, und ihr langes, dunkelbraunes Haar, welches aufgelöst ihr bis auf die Knie herabreichte, fiel jetzt in zwei dicken Flechten zu beiden Seiten der weißen weiten Aermel herab, von wo aus ſie ſich auf die Decke des Kindes bis dicht an die roſtge Wange der Mutter ringelten, welche letztere ruhig auf der äußerſten Kante des klei⸗ nen Kiſſens ruhte.

„Das wäre etwas für einen Maler!“ dachte Gott⸗ lieb.„Meiner Treu, der Steuermann Lönner hat nicht das ſchlechteſte Theil auf ſein Loos erhalten!... Ich weiß aber dennoch Eine, die in dieſer Stellung dereinſt noch ſchöner ſein würde!“

Die dumpfen Hufſchläge eines Pferdes weckten ihn aus ſeinen Betrachtungen.

„Aha!“— ſeine Zuge erhielten augenblicklich einen Ausdruck von Triumph und Freude—„ich hatte den⸗ noch Recht!.. Nun wollen wir ſehen, was man wei⸗ ter vornehmen wird!“

Leiſe, doch eilfertig, zog ſich Gottlieb wieder in die Hecke zurück.

Er hatte ſeine etwas beſchwerliche Stellung noch nicht lange inne gehabt, ſo ſchwiegen die Hufſchläge; und aus dem Geräuſch an der andern Seite der Hecke konnte er ſchließen, daß das Pferd an den Zaun ge⸗ bunden wurde.. Gleich darauf vernahm man leiſe Schritte im

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