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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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106 „Gottlieb weiß alſo..“

Sie entzog ſich erröthend ſeinen Armen: ſie hatte nicht bedacht, daß ihr Gruß gegen den Gebrauch war.

„Ja, ich kenne Euren Kummer, und ſei überzeugt, ich werde mir in den Tagen, da ich noch hier bin, keine Ruhe geſtatten, bis ich Deinen Vater frei und in ſeinem Hauſe ſehe!“

„O mein Gott, wenn das möglich wäre!“

Sie faltete die Hände und erhob die Augen zu dem Freunde, dem ſie vertraute.

„Es ſoll möglich werden, Nanny, ich gebe Dir mein Wort darauf!— Wäre ich hier geweſen, ſo wäre es nicht geſchehen.“

„Das habe ich auch gedacht; eine Stimme hat mir geſagt: Wenn Er nur kommt, ſo wird Alles wieder gut!“ „ Dank für dieſes Vertrauen!— das wird mir eine angenehme Erinnerung ſein.“

„Erinnerung?— Sie reiſen alſo bald wieder?“

„In einer Woche.“

Noch einmal faltete Nanny ihre Hände. Dieſe Geberde und der bethränte Blick war begreiflicher, als Worte. „Du wirſt mich alſo vermiſſen, Nanny?“

„Immer!“

„Und vielleicht eben deßhalb wünſchen, daß wir einander nie geſehen hätten?“

„Nein, das nicht: dieſes Entbehren wird für mich ein weit glücklicheres Leben werden, als ich ohne dieſes vielleicht hätte erhalten können.“

„Sage mir aber,“ unterbrach Gottlieb dieſen ge⸗ fährlichen Gegenſtand,„warum hat Deine Schwägerin

ſich nicht an den Patron auf Almwik gewendet?“ 3„O, an ihn wendet ſich Magda niemals— lieber mag geſchehen, was da will!“

„Wie ſo?“

„Ich weiß nicht, ob ich's ſagen darf... der Vater und auch Magda halten mich für ein Kind. Aber

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