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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
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1s wirklich ſo gefährlich wäre für arme Frauenzimmer, wenn ſie ausgingen.

Bis geſtern wenigſtens war es nicht gefährlich ge⸗ weſen: kein Menſch hatte ihr verboten, Gottes Sonne, Waſſer, Wieſen und Bäume zu genießen, und Nie⸗ mand hatte jemals ihre Schamhaftigkeit auf die Probe

eſetzt. geſebz, einer andern Gelegenheit und unter einem andern Einfluſſe würde nicht allein die Neugierde, ſon⸗ dern auch ein weit reineres Gefühl, nämlich die Theil⸗ nahme an Magda's Kummer, Nanny, welche ihre Schwägerin ſo zaͤrtlich liebte, vermocht haben, eine Er⸗ klärung zu verlangen, welche ſie jetzt vermeiden wollte.

Magda ſchwieg.

Nanny ſetzte den Fuß über die Schwelle.

Doch— o weh!— ſie mußte ihn zum zweiten Male zurückziehen; denn in demſelben Augenblicke, da Magda ſich der Thür zuwendete, um in den Saal zu gehen, kam der alte Lönner ſelbſt heraus.

„Nanny, Kind, trage meinen Stuhl heraus vor die Thür! Es iſt ein ſo herrlicher Abend, daß ich ihn genießen will, und ſäße nur die Gicht nicht in dem Fuße, ſo nähme ich den Stock und Dich als Stütze

an der andern Seite, und ginge aus.“

Nanny erröthete ſo, daß ſie fühlte, wie ihre Wan⸗ gen brannten, als ſie mit einer Angſt, die ſie ſelbſt nicht verſtand, ihre Furcht äußerte, der Vater würde dadurch weit ſchlimmer werden.

„Arme Kleine, Du biſt ſo beſorgt für mich!— Ich will lieber keine Promenade verſuchen... bringe mir nur den Stuhl, ſo ſetzen wir uns und plaudern!“

Dieſe freundlichen Augenblicke, da der Vater ihr ſeine Gedanken, Gefühle und Erinnerungen eröffnete, war für Nanny immer eine Belohnung für die Arbeit des Tages geweſen. Dießmal aber ging ſie nicht nur ohne Freude, um den Stuhl des Vaters zu holen, ſon⸗ dern als ſie ihr Strickzeug holte und ſich wie gewöhn⸗