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„O, arme ehrliche Frauenzimmer haben nicht das Recht, auszugehen!“
„Was ſagſt Du?“
„Ich ſage: die Sonne, das Waſſer, die Wieſen und die Bäume Gottes ſind nur für vornehme Leute da, welche alles von ihren Wagen oder hübſchen Segel⸗ booten aus betrachten können.“
„Aber, liebe Magda, Du haſt doch immer...“
„Still, Kind!— Du verſtehſt noch nichts von aller Schmach, von allem Hohn, für welche wir Frauen⸗ zimmer von einer gewiſſen Klaſſe geſchaffen ſind.“
„Nicht ſind wir doch wohl dafür geſchaffen?“
„Ja, ja... aber wir ſollten auch häßlich geſchaffen ſeyn, wie die Sünde, um wenigſtens unſere Ehre be⸗ halten zu dürfen— denn Niemand glaubt an unſere Schamhaftigkeit.“ ſe roßer Gott!“ dachte Nanny,„ſollte das wahr ein, fo...“
Magda, welche einige Augenblicke die Hand hart gegen ihre brennende Stirn gedrückt hatte, erhob dieſe jetzt, und ſowohl aus dem Ausdrucke ihrer ſchwarzen Augen, deren Strahlen einen Goldſchimmer über ihre dunkle Hautfarbe zu werfen ſchienen, als auch aus der ſtolzen Erhebung ihres ſchlanken Halſes ſah man, daß ſie die Macht über ſich ſelbſt wieder gewonnen hatte.
„Ich beunruhige Dich, arme Nanny!“ ſagte ſie in verändertem, ſanftem Tone.„Ich bedenke nicht, daß Du noch eine Taube biſt, die kaum den Taubenſchlag verlaſſen hat. Aber ich war betrübt— man wird es bisweilen, ohne daß man Schuld daran iſt.“
„War es denn nichts?“ 1
„Ich kann ſagen: es war und es war auch nicht, und will alſo am liebſten ſchweigen!“
„So ſchweig, liebe Magda, und laß uns nicht wei⸗ ter davon reden!“ ſagte Nanny leiſe, welche auf glü⸗ henden Kohlen ſtand und hinaus wollte. Sie ſehnte ſich wirklich darnach, zu verſuchen, oh
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