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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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Sie hatte einen deutlichen Begriff von der Ge⸗ ſchichte, ſie intereſſirte ſich für die darin dargeſtellten Helden und Heldinnen oder verabſcheute dieſelben, ſie ſympathiſirte mit allen Leidenden und Gedrückten, aber ihr unendlich liebevolles Herz konnte es ſich auch nicht verſagen, mit den Glücklichen zu ſympathiſtren, obgleich ſie ſeufzen mußte, ſo oft ſie von ihnen las..

Aber nachdem ſie über dieſe Weſen, welche gelebt haben, geſeufzt hatte, ſeufzte ſie auch für diejenigen, welche leben.

Sie entſetzte ſich— ſo ſehr ſte auch ihre Ge⸗ ſchwiſter liebte— vor dem Tage, da ſie ihren Vater verlieren ſollte, denn in ihm verehrte ſie eine Art von höherem Weſen.

Und ſie ſchauderte und bebte, wenn ihre Gedanken bei der Zeit verweilten, da ein Mann ernſtlich die Augen auf ſie werfen würde— es gab ſchon Solche, die das gethan hatten— um ſie zu ſeiner Gattin zu erſehen.

Wer konnte das wohl werden, wer anders als viel⸗ leicht ein Bauer... oder ein Schutenſchiffer... oder— noch ärger— irgend einer von den Handwerkern des Kirchſpieles?

O, das wäre unmöglich!

Ein ſolcher roher und kaltſinniger Mann würde ſie zu Tode ängſtigen! Wie ſollte ſie neben ihm es wohl nur wagen können, ſo zu denken, wie bisher? wie ihm mittheilen können, was ſie ſo oft in ihrem Herzen fühlte?... Nein, nein, ſie mußte unverheirathet, allein, ſtets allein bleiben.

Vielleicht wollte auch kein Bauer ſie haben? Hatte wohl ein Einziger von ihnen, als ſie ſich am Johannis⸗ abende mit in ihre Tänze gewagt hatte, ſte aufgebo⸗ ten? Nein, nur mit dummen und blöden Blicken hatten ſie die Mamſell Nanny betrachtet— ſie gehörte ja nicht zu ihres Gleichen.

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