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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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4. Die beiden Bodenkammern.

Wie man weiß, herrſchte Nanny über die eine Bodenkammer, und ſeit langer Zeit war dieſelbe ihr kleines Heiligthum, ein Heiligthum, welches ihre we⸗ nigen, aber um ſo theureren Schätze enthielt.

Nanny war der Augapfel des alten Vaters.

Sie war nicht allein mehrere Jahre nach dem jüngſten von ihren Brüdern geboren, ſondern auch mit großer Faſſungskraft und einem weichen, tief empfind⸗ ſamen Gemüthe begabt. Sie war ſo zu ſagen ein lebendiger Ton der harmoniſchen Träume, welche der Alte einſt verwirklicht zu ſehen gehofft hatte.

Nanny, die bleiche und zarte Lilie, vielleicht ver⸗ urtheilt, an dem einſamen Ufer gleich den Lilien des Schilfes hinzuwelken, führte den armen Alten immer⸗ während zurück auf den Gedanken, wenn ſein Vater nicht die Todesſtunde erwartet hätte, um ſeine Gelübde und Verpflichtungen zu erfüllen, ſo wäre Nanny jetzt anſtatt eines einſamen, vielleicht bald verlaſſenen We⸗ ſens ein reiches, geſuchtes Fräulein.

Ferner war Nanny des Alten Stolz.

Denn während Ragnar, welcher früh lernen mußte, für ſich ſelbſt zu ſorgen, die See und die ſchwere Tages⸗ arbeit— was immer mit frohem Muthe geſchah— einer überflüſſigen Gelehrſamkeit vorzog, und Calle kaum mehr begreifen konnte, als was dazu gehörte, um zum heiligen Abendmahle gehen zu können, lauſchte dagegen Nanny mit Begierde auf die Worte des Va⸗ ters, wenn er ihr Dinge und Begebenheiten erzählte und erklärte, die ihrer Umgebung ganz fremd waren.

Und dann, mit welcher Begierde las nicht Nanny die wenigen Bücher, welche die Bibliothek des Vaters enthielt!

Die Familie im Thale. 3