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Die Familie im Thale : eine Erzählung / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von C. F. Frisch
Entstehung
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denn die emaneipirte Dame ſenkte ihre Augen mit einem unausſprechlich milden Blick auf ihren Mann herab und ſagte in verändertem Tone:

„Niemals, mein lieber Alter, wollen wir mehr ungleich ziehen! Gerade die Gleichheit in der Che macht dieſe zu einer nützlichen Einrichtung. Doch— um auf etwas Anderes überzugehen— es iſt nun ſchon mehrere Tage her, mein beſter Fabian, ſeitdem Du auf die Jagd gingſt... das mußt Du morgen thun!“

Da Frau Ulgenie mit aller Gewalt aus ihrem Manne einen zweiten Nimrod machen wollte, ſo gab ſie ſich keine Ruhe, wenn ſie ihn nicht wenigſtens zwei⸗ mal in jeder Woche in Thätigkeit ſah.

Er war nicht im Geringſten Jäger und eben auch kein Fiſcher; da es aber ebenfalls zu den Freuden der Patronin gehörte, wenn ſie den Fremden ſagen konnte: „dieſen Auerhahn, dieſen Haſen hat mein Fabian ſelbſt geſchoſſen!“ oder:„dieſen Hecht hat er ſelbſt gefiſcht, denn er weiß, ſeine Ulgenie ißt am liebſten, was er durch ſeine männliche Geſchicklichkeit erworben hat!— ſo gab es keinen andern Ausweg, als er mußte ein Jäger werden und ein Fiſcher dazu; denn eine Frau, welche für die Emancipation des Weibes und im beſten Fall für die Gleichheit arbeitet, duldet es nicht, daß ihre Wünſche getäuſcht werden.

Inzwiſchen nahte die Promenade ſich ihrem Ende.

Der Patron Fabian hatte während der ganzen Zeit ſeinen Sopha und ſeine Pfeife im Perſpectiv ge⸗ habt— er rauchte wie ein Muſelmann und liebte von ganzem Herzen die morgenländiſche Ruhe. Nur ein Vergnügen zog er vor, nämlich nach den Frauen An⸗ derer zu ſpähen— dieſer unzufriedene Adamsſohn, der es niemals lernen konnte, die Reize ſeiner eigenen Gattin zu ſchätzen!

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