dann aber ſchlang er ſchnell den Arm um die Raths⸗ herrin, ſeine liebe, mütterliche Tante Grete, und preßte ſie ſo derb, daß die Alte ſchrie:„Laß mich los, laß mich los, Du Toller! Man braucht jetzt nicht zu fra⸗ gen, ob Du im Reinen biſt— aber da ſteht eine, die vor Allem ein Recht hat, an der Sache auch einigen Antheil zu nehmen.“
„Meine Mutter, meine geliebte Mutter,“ ſagte William und ergriff ehrfurchtsvoll die Hand der Frau N., denn hier war er doch noch ein wenig fremd, „darf ich zu hoffen wagen, daß Marie Luiſens Mutter auch die meinige werden will?“
„Von ganzem Herzen! das war ja immer mein wärmſter Wunſch! Ich brauche nicht hinzu zu ſetzen, mache Marie Luiſe glücklich, denn ich weiß, daß ſie es nie mit einem Andern werden könnte.“
Jetzt tanzte William mit den alten Frauen im Zimmer herum, denn recht feierlich, wie es die Wich⸗ tigkeit der Stunde, erforderte, konnte er doch nicht werden. Aber Frau N. hemmte ſeine Tollheit ein wenig, indem ſie ermahnend ſagte:„Stille, ſtille! er⸗ innere Dich, daß die Verlobung noch das tiefſte Ge⸗ heimniß iſt— vergiß nicht, daß Marie Luiſe ſich ſelbſt und ihre Tracht nicht beleidigen darf und kann.— 4
„Ach, ich weiß es wohl,“ fiel William ein,„und Niemand ſoll ſagen, daß ich nicht die Vorſicht ſelbſt ſei.— Jetzt aber muß ich zu meinem Bräutchen zurück.“
Noch an demſelben Abend wanderte Marie Luiſe unter dem Schutz der Rathsherrin und ihrer Mutter Arm in Arm mit William durch das neue Haus.
Bei dieſer Gelegenheit war William natürlich nicht auf Erden, ſondern hoch im Himmel oben und Marie Luiſe ſchwebte ſo ungefähr dazwiſchen. Sie ſah Alles nur in einem undeutlichen Wirrwarr; aber als ſie in die„Dockenſtube“ der Rathsherrin gekom⸗
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