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meine Bitte geantwortet: wird meine hochherzige Marie Luiſe ihrem künftigen Gatten die ſelige Gewißheit ver⸗ weigern, nach der er ſich ſehnt?“
„Mein William! was bedarfſt Du der Worte, da Du in meinem Blicke leſen kannſt? Doch warum ſollte ich hierin eigenſinnig ſein, warum ſollte ich nicht eben ſo gut ſagen, daß ich niemals, niemals ſo glück⸗ lich war wie jetzt?“ Und Marie Luiſens Kopf ſank an die Bruſt des ſo lange Geliebten.
Himmel, Erde und Alles verſchwanden in dem Meer der Minute. Weder er noch ſie wußten jetzt, daß es eine Zeit vor dieſer gegeben, daß es eine Zeit nach ihr geben würde, ſie wußten nur, daß ſie einan⸗ der beſaßen.
„Bei offenen Thüren, meine Herrſchaften!“ rief der Rathsherr, der etwas für ſeine Mühe haben und deßhalb der Erſte ſein wollte, der gratulirte,„am hellen Vormittag und bei offenen Thüren hinſitzen und einander küſſen, das iſt doch, genau genommen, etwas zu ſtark!“
Marie Luiſe ſprang verwirrt, hochroth, aber mit wonneſtrahlenden Blicken auf, und ſuchte einen Schutz an der Bruſt des Alten. William dagegen rief luſtig
. und indem er dem Alten herzlich die Hand ſchüttelte:
„der Onkel hat gewiß vergeſſen, wie eine ſolche Stunde ſchmeckt, da er das Herz hatte, ſie zu unterbrechen?“
„Es wäre wohl beſſer geweſen, wenn die Bürger⸗ meiſterin oder die Poſtmeiſterin Euch unterbrochen hätte, Du undankbarer Burſche, der Du den Mann, dem Du das Alles zu danken haſt, ſo unartig empfängſt?“
„Das iſt wahr, und ich nehme meine Worte zu⸗ rück! Aber jetzt muß ich bei Gott hinunter zu Tante Grete—“ und die Treppe hinab und über die Straße flog William.
Eine halbe Sekunde lang ſchwankte er zwiſchen den beiden Frauen, die ihm beide ſo theuer waren,


