ſie ohne Umſtände feſt ans Herz,„jetzt, Marie Luiſe, biſt Du mein!“
„Ja, William,“ flüſterte ſie leiſe,„jetzt bin ich Dein, Dein!“ 3
„Und ſelig, ſelig wie ich— mein, mit dem vol⸗ len Gefühl, daß Du erſt jetzt glücklich biſt?“
„O William, warum dieſe Frage?“
„Darum, meine Geliebte, meine unausſprechlich Geliebte, weil ich ſie hören muß! Ich bedarf eines großen Erſatzes für all die Leiden, die Du mir ange⸗ than haſt— ſage mir, was Dein Gefühl in dieſem Augenblick ſpricht?“
„Mein Gefühl,“ antwortete Marie Luiſe, indem ſie ſich von William, der den Arm um ihren Leib ge⸗ ſchlungen hatte, neben ihn auf das Sopha ziehen ließ, „ach, das ſagt viel! Zuerſt und vor Allem fragt es: wirſt Du wohl ganz vergeſſen und verzeihen können, William, daß es eine Zeit gab, wo die unedelſten Beweggründe mich abhalten konnten, die Gefühle aus⸗ zuſorechen, die damals wie jetzt in meiner Bruſt leb⸗ ten? Und dann: werde wohl ich nach ſo vielen, ſeit⸗ her vergangenen Jahren, nachdem ich die Gattin eines Andern geweſen, Dir werden können, was Du ehedem glaubteſt und erwarteteſt? O ich wollte noch viel, viel mehr ſagen, aber ich kann es nicht ſagen!“
„Meine ſüße, meine geliebte Marie Luiſe! gebiete allen dieſen unruhigen Befürchtungen ein ewiges Still⸗ ſchweigen! Weder jetzt noch jemals könnte ich ſo un⸗ edel ſein und Dich an jene Zeit zu erinnern, außer etwa um den Heldenmuth zu bewundern und anzu⸗ beten, womit Du die Unglücksfälle getragen haſt, die daraus entſtanden— Nein, meine Geliebte, das Ver⸗ gangene gehört nicht für uns und wir laſſen es gerne ruhen. Aber die Gegenwart, die ſtrahlende Zukunft, die iſt unſer, Dein und mein gemeinſchaftliches Eigen⸗ thum— doch Du haſt mir noch nicht auf meine Frage,


