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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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rie Luiſens Blicke zum öfteſten zwiſchen den Gardinen hinaus auf die Straße gingen. Auf einmal wurde ſie jetzt roth und blaß und wieder roth: es kam dort Je⸗ mand auf die Treppe heraus.

Marie Luiſe ſtand auf und war Willens, zu ihrer Mutter hinaus zu gehen, ſetzte ſich aber wieder auf den Stuhl, ehe ſie ihren Entſchluß ausdenken konnte. Der ganze Stickapparat o, daß jetzt die Frau Poſtmeiſterin ihre zierliche Haube hätte ſehen können! lag indeſſen auf dem Boden, und Marie Luiſe war damit beſchäftigt, die Tüllſtücke, Faden, Blumen und Bänder zuſammen zu leſen, als die Thüre ſchnell auf⸗ ging und William neben ihr ſtand. Es ſah aus, als ob er ſie in demſelben Augenblicke an ſein Herz ſchlie⸗ ßen wollte, und als ob er nur mit der größten Anſirengung die heftig wallenden Gefühle beherrſchen önnte.

Willkommen in der Heimath, Herr Ingenieur!

ſagte Marie Luiſe, indem ſie ſich zu faſſen ſuchte.

Hente muß es ſehr warm zum Fahren geweſen ein?

Warm? O, das iſt zu wenig geſagt! Die Sonne Kluht, der Sand auf dem Weg glüht, Alles glüht eute.

Aber wir haben doch hübſch kühl hier innen, fuhr Marie Luiſe fort, doch ohne jenes bezaubernde und kokette Lächeln, das früher einen Satz von ſol⸗ chem Doppelfinn begleitet hatte! Jetzt dagegen ſah ſie aus, als ob ſie weder mehr noch weniger dächte, als ſie ſagte.

Es wäre mir lieber, wenn es weniger kühl wäre, ſagte William;denn ein ſtarker Wechſel hat mir immer wehe gethan und einen ſchmerzlichen Ein⸗ druck auf mein Gemüth ausgeübt.

Ohne Zweifel wird Mama bald hier ſein wollen der Herr Ingenieur einſtweilen ihr Blick fiel auf einen der freien Stühle.