Druckschrift 
Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
Einzelbild herunterladen

301

ren müſſen! Für den Anfang begnügte er ſich mit dem bloßen Anblick. Es kam ihm vor, als ſei ſie unaus⸗ ſprechlich viel ſchöner geworden; die Zeit, die ſie in der Schule des Unglücks verlebt hatte, hatte ihren Zügen eine Reinheit und einen Glanz gegeben, die ſie früher nicht beſeſſen. Doch die Unterhaltung kam bald in Gang; und was man ſprach, das trug den Stempel der Herzlichkeit, der innern Seligkeit.

„Was für ein großes und ſchönes Haus der Herr Ingenieur gebaut hat!“ ſagte Frau N.„Es iſt eine wahre Zierde der Stadt.“

„Der leere Bauplatz mußte ausgefüllt werden,“ meinte William,„und es war mir eine angenehme Unterhaltung in den Zwiſchenzeiten meiner Geſchäfte ein Ziel für meine Thätigkeit zu haben. Was den Garten betrifft, der vielleicht das Beſte am Ganzen iſt, ſo verdanke ich ihn hauptſächlich den Bemühungen des Rathsherrn Utter. Nächſten Sommer, hoffe ich, wer⸗ den wir die prächtigen Anlagen des Rathsherrn be⸗ wundern.“

„Ich glaubte,“ ſagte Marie Luiſe,„der Herr Ingenieur ſei noch wie ſonſt den Sommer über fort?“

„Nicht ganz! Wenn der Feldmeſſer eine Reihe von Jahren gearbeitet hat, ſo kann er einen großen Theil der Geſchäfte gewandten Gehülfen anvertrauen. Ich reiſe zwar noch viel und arbeite auch noch in Feld und Wald — was ich fortſetzen will, ſo lange ich zur Arbeit fähig bin, denn ich liebe die Thätigkeit— aber ich habe nicht weniger als vier Mitarbeiter, die mir meine Laſt tra⸗ gen helfen.“

„Und auch die Erndte mit einziehen,“ verſetzte Frau N.

„Sehr wahr, und da Gott ſie geſegnet hat, ſo kann ich mir auch den Sommer über hie und da Vakanz machen.“

Daß Williams Beſuche erneuert wurden, obwohl in ſchicklichen Zwiſchenräumen, verſteht ſich von ſelbſt