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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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wollte oder nicht wollte, er kam nicht dazu. Er war angezogen, er griff wohl zehn Mal zu Hut und Hand⸗ ſchuhen; aber beim Gedanken, daß er jetzt nothwendig Marie Luiſen ein Paar bedauernde Worte über ihren Wittwenſtand und Etwas über ſeine Freude, ſie nach ſo langer Zeit wieder in der Stadt zu ſehen, ſagen müſſe, entfiel ihm aller Muth, und nicht nur dieſer Abend ging vorbei, ſondern auch noch mehrere folgende Tage, ohne daß er hinüber kam.

Da ſagten die Schweſtern im Sitzungszimmer der Bürgermeiſterin:„Williamsſon handelt ungemein ach⸗ tungswerth und ſchön, daß er ſeine Gedanken ſo deut⸗ lich kundgibt.“

Die Rathsherrin ſagte:„Mein Williamchen, Du ſollteſt Dich ſchämen!“

Frau N. ſagte:„Kann die Zeit ihn ſo verändert haben?“

Marie Luiſe ſagte Nichts.

So verfloß eine ganze Woche.

Die Damen im Dacherker fingen ſchon an zu glauben, daß jetzt keine Rede mehr von einem Beſuche ſein werde, als in einer ſtillen Dämmerungsſtunde, da das Kaminfeuer Marie Luiſens ſchöne Geſtalt beleuch⸗ tete, während ſie davor ſaß und ſtickte— die Thüre leiſe aufging und eine Perſon mit einer großen Papier⸗ rolle unter dem Arm in halber unentſchloſſener Bewe⸗ gung auf der Schwelle erſchien.

„Ach, willkommen, beſter Ingenieur Williamsſon 14 ſagte Frau N. herzlich.

Eine leichte Purpurwolke flog über Marie Luiſens Geſicht. Dieſer Name hatte doch einen wunderbaren Klang, und der Anblick des Mannes eine noch wunder⸗ barere Macht. Sie war eben ſo wenig wie William ſelbſt im Stande, auch nur ein einziges Wort hervor⸗ zubringen. Es lag zu viel, zu viel in dieſem Moment, um den Gedanken einen Laut zu erlauben.

„Haben Sie die Güte und nehmen Sie Platz⸗