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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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eigens

„Was iſt das? was will das heißen?“ fragte er und zeigte hinüber.

„Ei, beruhige Dich, mein William! Es ſind Mieths⸗ leute, ſo viel ich weiß.“

„Welche? welche?“

„Ei, ei, wie heftig— Du ſchreckſt mich zu Tod! Zwei Frauenzimmer ſind es.“

„Und Niemand mehr— wo iſt denn—“

„Der, den Du meinſt,“ antwortete die Alte in tiefer Rührung,„iſt fort, weit fort; er iſt todt.“

William ſank auf den Stuhl nieder und lehnte den Kopf gegen den Fenſterpfeiler. Ueber ſeine Lippen ſchwebten nur vier Worte, aber ſie wurden in einem Tone ausgeſprochen, der die Größe und Tiefe ſeiner Gefühle mehr als alle Worte ſchilderte:„Marie Luiſe iſt Wittwe!“

Nachdem die maäͤchtige, ſinnverwirrende Ueberra⸗ ſchung des erſten Augenblicks ſich gemildert hatte, er⸗ zählte die Alte und auch der Alte, der jetzt hinzugekom⸗ men war, wie Alles geſchehen und gemacht worden ſei. Zuerſt kam der Tod des Lieutenants an die Reihe, dann der Brief der Frau N., ſodann die große Seſſion bei der Bürgermeiſterin, die Abreiſe des Vaters, der Zu⸗ ſtand, in dem er die Frauen fand, ihre Wiederkehr, ihr Empfang in der Stadt, der Tag der großen Klei⸗ derſchickung— Alles bis auf die Klemme, die Marie Luiſe in dem alten Bombaſſin⸗Kleid der Bürgermeiſte⸗ rin auszuſtehen gehabt hatte, Alles, Alles wurde er⸗ zählt, während William im Freudenfieber weinte und lachte, und den Alten in die Arme drückte, ſeine Hand⸗ lungsweiſe preiſend. Aber bei der Bombaſſingeſchichte fing er an ganz wüthend zu werden:„Sie wollen ſie,* ſagte er,„mit ihrer gemeinen Schadenfreude ganz zu Grunde richten, die abſcheulichen alten Weiber!“

„Pfui Williamchen!“ drohte die Rathsherrin,„wie kannſt Du Dich unterſtehen, uns ſo zu nennen? Ich verſichere Dich, daß mit dieſer kleinen Verſöhnung alles