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Unebene ins Reine gebracht worden und nun wieder ganz in dem Zuſtande iſt, in dem es war. Die ganze Otatt hat Beweiſe der freundlichſten Geſinnungen ge⸗ geben.“
.„Ja, ja, Tante Grete, das mag ſein— ich kenne die Stadt und ihre guten Geſinnungen und ſchätze ſie
nach Verdienſt! Aber ſage mir jetzt dafür, wie ſich Ma⸗ rie Luiſe als Wittwe benimmt?“
„Ganz wie man es von einem Weibe von ihrem Verſtand und guten Herzen erwarten kann. Jedermann wird zwar einſehen, daß ſie ihn eben nicht ſehr bewei⸗ nen kann; aber es liegt doch etwas Trauriges und Tiefernſtes in ihrem ganzen Weſen, und wenn ſie von ihrem Manne ſpricht, den ſie doch nicht viel Urſache hat zu loben, da er nicht nur Alles durchbrachte, was ſie hatte, ſondern ſie auch auf jede andere Weiſe un⸗ glücklich machte, ſo geſchieht dieß mit allen Zeichen der Liebe und der Duldung. Gewiß war ſie ein muſter⸗ haftes Weib.“
„Ja wohl, muſterhaft!“ ſagte William, indem er heftig auf und abging.
„Ich weiß, was ſie war; ich bin manchen finſtern und einſamen Abend draußen vor dem niedern Fenſter geſtanden und habe gehorcht, wie ihre Lippen ihn mit Engelsworten baten und beſchworen, anders zu werden. Und mit welch beiſpielloſer Geduld hat ſie nicht das Elend der Armuth getragen! Nie klagte ſie, nie ver⸗ letzte ſie den mit einem Vorwurf, der ſie ins Verderben geſtürzt hatte— ach, ſie war mehr als ein Engel; denn die Engel mag es wohl nicht ſoviel koſten, rein und gut zu ſein, aber ſie war ein Weib und erhob ſich über alles Irdiſche, über alles Gemeine! Ich habe ſie bewundert, ich habe ſie vergöttert, und ich will es vor der ganzen Welt ſagen, daß ich Niemand kenne, der einer größeren Hochachtung würdig wäre.“
2„Mein lieber Junge, da⸗wirſt Du zu offenherzig,“ lächelte die Rathsherrin.„Halt ein mit dieſen Dingen
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