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Die Rathsherrin, die geſehen hatte, daß es bei der Nachbarin finſter war und William alſo keine Ver⸗ änderung bemerkt haben konnte, gab dem Vater einen Wink, ſich ruhig zu verhalten, und ſo viel es auch dem Rathsherrn koſtete, der Mutter hierin zu Willen zu ſezue ſo hatte er doch nicht das Herz, ihre Freude zu
ören. Die Alte, die ſonſt immer an den Heimkehraben⸗ den William lange unten behalten wollte und ihn über⸗ dieß heute Abend recht im Zuge ſah, alles Alte und Neue aus ſeiner Heimath zu erzählen, konnte dennoch, ſo gerne ſie ihm auch zuhörte, die Ueberraſchung nicht länger aufſchieben, die ihren kleinen Ingenieur erwar⸗ tete und gab ein heftiges Kopfweh, ſowie das Bedürf⸗ niß der Ruhe, das William ſelbſt fühlen müßte, als Grund an, um ſich früher als gewöhnlich zu trennen.
William, der dieß ganz unerwartet fand, grübelte darüber nach, ob ihm wohl im Zimmer ſelbſt durch irgend ein neues Möbel oder dergleichen eine Ueber⸗ raſchung werden ſollte, und nahm daher gute Nacht, 6 um die Geduld der Alten nicht länger auf die Probe zu ſtellen.
Nach ſeiner Gewohnheit ſtellte er das Licht an das Bett und ging nach dem Fenſter, deſſen Gardine auf⸗ gezogen war, und wenig fehlte, ſo hätte er ſich entwe⸗ der für närriſch oder für träumend gehalten, als er das Dacherker gegenüber beleuchtet und auf den Roll⸗ gardinen daſſelbe Schattenſpiel, dieſelben Umriſſe ſah, die vor langen Jahren ſo hundertmal ſein Herz in Flammen geſetzt hatten. 8
Nachdem er einige Augenblicke in ſtummer unaus⸗ ſprechlicher Angſt, daß Alles bald wieder verſchwinden würde, ſein geliebtes Schattenſpiel betrachtet hatte, ſtürzte er heftig hinaus, fand jedoch die alte Utter ſchon im äußern Zimmer, bereit den Lohn ihres Schweigens und ihrer Feinheit zu empfangen.
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