ſei Dank, nie am Zeug ſparen durfte, wenn ich mir etwas Neues machen ließ.⸗
„Und ich,“ ſagte die kleine Pfarrerin,„werde ihr einen ſchwarzen Shawl und eine Schürze ſchicken, die beide noch recht hübſch ſind, da ich erſt vor zwei Jah⸗ ren darin um meine Großmutter trauerte.“
Nachdem dies entſchieden war, fühlte man ſich befriedigt, denn man war ja jetzt ſicher, das ſchöne Fräulein vom Dacherker, die gnädige Frau von Mal⸗ kolmsnäs, in einem alten ſchwarzen Bombaſſinkleide zu ſehen, das doch am beſten für ſie paßte.
Was die Art und Weiſe betraf, wie ſich Marie Luiſe jetzt benahm, ſo waren Alle mit der anſpruch⸗ loſen Einfachheit und ungeſuchten Artigkeit derſelben zufrieden. Allerdings meinte man, ſie hätte noch de⸗ müthiger ſein und etwas mehr danken können, aber in ihren Augen lag Etwas, das dankte, und man war nicht abgeneigt, zu geſtehen, daß ſie ſich im Ganzen benähme, wie es ſich für ſie ziemte.
Als man ſich am Abend trennte, erhielt Marie Luiſe eine Menge Einladungen und das ſehr dringende, denn man hatte noch nicht die Hälfte von dem erfah⸗ ren, was man gerne gewußt hätte.
Endlich war die Stunde da, wo Marie Luiſe an der Seite ihrer Mutter die Wohnung wieder betrat, aus der ſie vor ſechs Jahren als eine reiche Erbin yerausgegangen war, und wohin ſie jetzt ſo arm zu⸗
rück kehrte, daß ſie keinen Stuhl, keinen Tiſch hatte, an den ſie ſich hätte lehnen können. Sie wankte zum Fenſter im Erker, und hier ſank Marie Luiſe auf die Kniee, Gott preiſend und dankend, daß er ſie nach allen dieſen Stürmen und Prüfungen den Hafen hatte erreichen laſſen, der ihr früher klein geſchienen hatte, jetzt aber groß genug war. Hier war ihre glückliche Jugendzeit hingefloſſen, hier ſollte ſie vielleicht ihr ganzes künftiges Leben zubringen. Es war Mariet Luiſe, als ob ein Hauch himmliſcher Ruhe ihr Herz


