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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
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- Welt

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aufgefärbten, ſchwarzen Shawl um den Hals und einem vergelbten Trauerkragen von abgewaſchenem Zeug, mit einem Wort, in jener ſtehenden Tracht zu ſehen, in der ſich arme herabgekommene Frauen ſtets zeigen, wenn ſie aus der dürftigen Heimath fortziehen. Dieſe Hoffnung ſchlug indeſſen ganz fehl, da Marie Luiſe ein ausgezeichnet ſchönes Trauerkleid trug. Den Zeug zu dieſem, ſowie den großen ſeidenen Shawl hatte ſie gleich nach dem Begräbniß von der Herrſchaft von Kronby zugeſandt bekommen. Er war von einem artigen und theilnehmenden Brief der Baronin beglei⸗ tet, worin dieſe Marie Luiſe einlud, mit ihrer Mutter ein Paar Wochen bei ihnen zuzubringen. In einer warmen und dankbaren Antwort hatte jedoch Marie Luiſe dieſes abgelehnt, da ſie jetzt nicht mehr nach vornehmer Bekanntſchaft ſtrebte.

„So,“ ſagte die Bürgermeiſterin, die dieß in einer vertraulichen Ecke von dem Rathsherrn erfahren hatte, da der Alte wußte, es würde Marie Luiſens Aktien heben,„ſo, ſie haben ſie zu ſich eingeladen! Sie that ſehr wohl daran, daß ſie es ablehnte— denn dieſe Wohlthat hätte nur für ein Paar Wochen ge⸗ golten, und ſie hätten damit Alles abgethan geglaubt; unſere Stadt dagegen thut nie etwas halb. Aber Schweſter Grete, ſie hätte das ſchöne Trauerkleid da den Tag, wo ſie hieher kam, wohl bei Seite laſſen können.“

„Sie hat kein anderes Trauerkleid,“ flüſterte die Rathsherrin.„Und es würde Aergerniß gegeben ha⸗

ben, wenn ſie in einem farbigen erſchienen wäre.“

„Das iſt wahr— aber ſie darf ihr beſtes Kleid nicht an den Werktagen verderben,“ fuhr die Bürger⸗ meiſterin fort, die jetzt ein Recht zu haben glaubte, ſich in Alles zu miſchen, ſogar in Marie Luiſens An⸗ zug.„Ich werde ihr morgen ein ſchwarzes Bombaſſin⸗ kleid ſchicken, das ich abgelegt habe, das kann ſie ab⸗ ändern und wieder recht hübſch herrichten, da ich, Gott